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VdeH, Offener Brief an dieTechniker Krankenkasse

04.08.2020 12:48

Berlin, 28.07.2020

Offener Brief an dieTechniker Krankenkasse(TK)

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Verband des eZigarettenhandels e.V. (VdeH) ist ein Zusammenschluss von überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen, die elektrische Ziga-retten und Liquids vertreiben oder herstellen. Mit seiner Gründung am 19.12.2011 ist der VdeH die älteste Interessenvertretung dieser Branche in Deutschland. Dem Verband ist ein Video auf Ihrer Facebook Seite zur Kenntnis gekommen, welches Anlass zu diesem offenen Brief gibt. Das Video wurde am 26.07.2020 un-ter dem Link https://www.facebook.com/DieTechniker/posts/4819088294783260 veröffentlicht.In besagtem Videobeitrag werden mehrere irreführende Behauptungen aufge-stellt.Dies betrifft unter anderemfolgende Punkte:Allerdings kommen aus den USA seit 2019 viele Berichte von E-Zigaretten-Rauchern mit schweren Lungenerkrankungen“ (00:18)Fakt ist: Im Herbst 2019 verunsicherten mehrere Krankheits-und Todesfälle in den USA die Öffentlichkeit. Das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) spricht in diesem Zusammenhang von 2807 Erkrankten und 68 Toten1. Ur-sächlich für diese Vorfälle war jedoch nicht die E-Zigarette, sondern vielmehr illegale THC (Cannabis) E-Joints. Diese wurden mit einer ölhaltigen Substanz (Vitamin-E Acetat) versetzt,um einen höheren THC Gehalt vorzutäuschen. Dies bestätigt sowohl die CDC2, als auch die Food and Drug Administration (FDA)3. Die Beimengung geschah durch Straßenhändler, die vermutlich aus Profitgier ihre illegalen THC Produkte ge-streckt haben. Es handelt sich bei den Vorfällen in den USA also eindeutig nicht um ein Problem von E-Zigaretten, sondern um ein Drogen-/Schwarzmarkt Problem mit E-Joints. Zu erwähnen ist außerdem noch, dass dieses Vitamin-E-Azetat in regulären Liquids für E-Zigaretten über-haupt nicht verwendetwird. Weder in Deutschlandnoch sonst irgendwo in Europa.In diesem Zusammenhang haben sowohl das Bundesinstitut für Risikobewertung(BfR)4als auch das Deutsche Krebsforschungszentrum5betont, dass bei bestimmungsgemäßer Verwendung kein erhöhtes Risiko für E-Zigarettennutzer besteht.Nachfolgend einige Zitate renommierter Experten und Gesundheitsorganisationenzu diesem Thema:

 

▪„Alle Patienten berichten vonTHC-Konsum. Wir raten davon ab, THC-haltige Produkte zu dampfen.“Department of Health New Mexico, Gesundheitsministerium


Wir sehen den Zusammenhang mit dem Konsum von Marihuana-Öl, definitiv in allen Fällen.
Dr. Dixie Harris, Lungenfachärztin, Intermountain Healthcare Utah

 

▪„Die Ursache für die Erkrankungen sind illegale Produkte, nicht legale, regulierte. Wir sollten das nicht vermischen.“
Dr. Scott Gottlieb, Ehemaliger Commissioner der FDA

 

▪„Die Situation in Deutschland ist schon nochmal eine andere, weil hier und in der gesamten EU seit 2016 relativ strikte Verbraucherschutz-Regeln gelten.“
Dr. Ute Mons, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)„

 

Wer E-Zigaretten konsumiert, dem drohen nach aktuellem Kenntnisstand keine erhöhten Ri-siken“
Elke Pieper, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

 

▪„Es wäre unplausibel, wenn plötzlich stark gehäuft akute Erkrankungen systematisch auftre-ten würden.“
Prof. Martin Storck, Direktor Gefäß-und Thoraxchirurgie, Karlsruhe

 

Diese Aussage in ihrem Video ist somit schlichtweg falsch und grob irreführend. Weder waren es E-Zigaretten-„Raucher“ die über schwere Lungenerkrankungen berichte-ten, noch war die E-Zigarette ursächlich für diese Erkrankungen.

 

Weiter behaupten Sie: „Immer mehr Studien berichten von Gesundheitsgefahren durchs Vapen.“ (00:26)und wollen zeigen ... was an der Aussage dran ist, dass E-Zigaretten eine harmlose Alter-native zum Rauchen sind.“ (00:32)

 

Fakt ist: Diese Aussage wird von niemandem in dieser Form getroffen. Weder Hersteller noch Händlerbezeich-nen die E-Zigarette als „harmlos“. Eine solche Aussage wäre schlichtweg falsch, denn es gibt kaum ein Genussmittel,das man tatsächlich als harmlos bezeichnen kann. Auch die Behauptung, dass immer mehr Studien von Gesundheitsgefahren berichten, ist nicht haltbar. Bei einerVielzahl von Studien, bei denenversucht wurde,eine Gesundheitsgefahr durch das Dampfen zu bele-gen, wurden schwere methodische Mängelfestgestellt. EinStudiemusstezurückgezogenwerden, an-dere stehen weltweit unter scharfer Kritik6.Aktuelle Studienlage und wissenschaftlicher Konsens ist vielmehr, dass der Konsum von E-Zigaretten um Größenordnungen weniger schädlichist, als das Rauchen von Tabak-Zigaretten.Dies lässt sich durch mehrereVeröffentlichungen seriöser und renommierter Institute und Wissenschaft-lerbelegen. Hier einigeBeispiele:

 

Bereits 2015 kam Public Health England (PHE), ein Exekutivorgan der englischen Gesundheitsbehörde, zu dem Schluss, dass E-Zigaretten etwa 95% weniger gesundheitsschädlich sindals herkömmliche Zigaret-ten7.

 

Das Royal College of Physicians hat sich im gleichen Jahr der Meinung von Public Health England ange-schlossen8.

 

Ein systematisches Review des Cochrane Instituts im Jahr 2016 stellteden allgemeinen Konsens darüber fest, dass der Gebrauch von E-Zigaretten den Benutzer weniger Schadstoffen aussetzt als das Rauchen von Tabak-Zigaretten und sie eine Möglichkeit zum Rauch-Ausstieg bieten können9.

 

2017 zeigteeine erste Langezeitstudie von E-Zigaretten-Nutzern, die zuvor nicht gerauchthaben, dass es keinerlei Anzeichen auf gesundheitliche Beeinträchtigungen gibt, trotz teilweise starken Konsums10. Im gleichen Jahr stelltedie University of St. Andrews fest, dass das Krebsrisiko beim Konsum von E-Ziga-retten nur 1% des Risikos beim Rauchen von Tabak beträgt11.

 

Im Jahr 2018 veröffentlichtePublic Health England (PHE) ein Update zu ihrem vorherigen Report,in dem die Ergebnisse erneut unterstrichen wurden12.

 

Eine italienische Studie aus dem Jahr 2019 weist darauf hin, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass E-Zigaretten zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen, sofern diese bestimmungsgemäß verwen-det werden13.

 

Vor kurzem hat Public Health England erneut einen Report veröffentlicht, der abermals die geringere Schädlichkeit gegenüber Tabak-Zigaretten bestätigt und zudem Kritik an fehlerhafter Berichterstattung in den Medien äußert14.

Diese Liste könnte man beliebig weiterführen. Nirgendwo wird man die Aussage „harmlose Alternative“ finden. Alle Publikationen sprechen jedoch von einer Risikoreduzierung. Der Grundsatz besteht darin, dass im Vergleich zum Rauchen herkömmlicher Zigarettenbei demUmstieg auf weniger schädliche Produkte eine Risikoreduzierung (Harm Reduction) erzielt wird.Sowohl die Weltgesundheitsorganisation WHO, der Drogen-und Suchtbericht der Bundesregierung, das Deutsche Krebsforschungszentrum als auch das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR stimmen diesen Erkenntnissen zu.

 

Ihre Behauptung, es würden immer mehr Studien von Gesundheitsgefahren berichten, entspricht somit nicht den Tatsachen. Auch behauptet kein Hersteller oder Händleraus der Branche, dass E-Zigaretten eine harmlose Alternative sind.

 

Sie erwähnen im weiteren Verlauf des Videos zahlreiche schädliche Substanzen,die im Dampf von E-Ziga-retten enthalten sein sollen.... enthält der Dampf von E-Zigaretten auch zahlreiche weitere schädliche Substanzen. Da wären zum Beispiel Formaldehyd, das eine krebserregende Wirkung hat. Außerdem Acrolein, das rei-zend und giftig ist. Man findet auch Nickel und Chrom, die krebserregend sind und Blei, das giftig ist.“ (02:24)

 

Fakt ist: Die erwähnten Substanzen wurden hauptsächlich in mangelhaften Studiengefunden, bei denen die E-Zigarette „trockengedampft“ wurde, es sich also kein Liquid mehr in dem Tank befunden hat und das Heiz-element zu kokeln begonnen hatte. Bei einem bestimmungsgemäßen Gebrauchentstehen diese Substanzen nicht, bzw. in Mengen,die so niedrig sind, dass man sie kaum nachweisenkann. Formaldehyd ist zudem ein Stoffwechselprodukt, wel-ches bei der Exhalation einesjedenMenschen zu finden ist15. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat im Auftrag der Drogenbeauftragen der Bundesregierung den Schadstoffgehalt im Rauch, bzw. in den Emis-sionen von E-Zigaretten verglichen. Während pro Zigarette 29 -130 μg Formaldehyd entsteht, beträgt die-ser Wert bei der E-Zigarette gerade einmal 0,20 -5,61 μg16.

 

Die Aussage, dass sich im Dampf von E-Zigaretten Formaldehyd befindet ist zutreffend. Allerdings wird nicht erwähnt, dass es sich dabei um Mengen handelt, die weit unterhalb der Grenzwerte liegen unddie um ein Vielfaches niedriger sind als die vom menschlichen Körper selbst produzierten Mengen.
 

Sie sprechen in dem Video mehrfach das „süchtig machende Nikotin“ an... und wenn die E-Zigaretten Nikotin enthalten, können sie logischerweise genauso stark abhän-gig machen wie normale Zigaretten.“ (03:50)

 

Fakt ist: Folgt man dieser Logik, müssten auch Nikotinkaugummis, Nikotinpflaster, oder Nikotinsprays süchtig ma-chen. Diese Präparate werden jedoch paradoxerweise zur Entwöhnung verwendet. Dieses Nikotin ist die gleiche Substanz, die auch im Liquid von E-Zigaretten eingesetzt wird. Dass sich auch die E-Zigarette als Unterstützung bei der Rauchentwöhnungeignet,wurde inzwischen in mehreren Studien nachgewiesen: So bezeichnet eine Studie aus dem letzten Jahr E-Zigaretten als doppelt so erfolgreichbeim Rauchausstieg wieherkömmliche Methoden17.Prof. Heino Stöver, Suchtforscher von der Frankfurt University of Applied Scienceschreibt in seinem Buch Ratgeber E-Zigarette: Nikotin gilt bis heute als die Substanz in Tabakprodukten die zu einer Abhängigkeit führt, ist aber selbst re-lativ harmlos und wird in neueren Studien für sich allein genommen nicht mehr als abhängigkeitserzeugend deklariert. Grund für die Annahme, dass Nikotin eine Abhängigkeit erzeugt, ist die Ausschüttung körpereige-ner Hormone und Botenstoffe nach dem Nikotinkonsum. Neben anderen Stoffen führt es zu einer Ausschüt-tung des „Glückshormons“ Dopamin. Sinkt der Dopaminspiegel nach dem Nikotinkonsum, kann die soge-nannte „Nikotinschmacht“ eintreten, was zu erneutem Konsum führen kann. Informiert man sich über Nikoti-nersatzprodukte, die teilweise hohe Nikotinmengen an den Körper abgeben, wird deutlich, dass die Abhän-gigkeitswahrscheinlichkeit laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in den meisten Fällen als Unwahr-scheinlich eingestuft wird. Nikotin führt [...] nicht zwangsläufig zu einer Abhängigkeit“18

 

Das Thema Nikotinsucht ist in der Wissenschaft umstritten. Ein wesentlicher Faktor scheint in erster Liniezu sein, ob man reines Nikotin konsumiert, oder ob dies im Zusam-menhang mit Tabak geschieht. Bei der herkömmlichen E-Zigarette fällt der Zusammen-hang mit Tabak weg.

 

 

 

Sie erwähnen eine neueStudie,ohne näher auf die Quellen einzugehen. Die getroffenen Aussagen lassen jedoch auf die Herkunft schließen.

 

Eine neue Studie hat sogar gezeigt, dass Rauchen von E-Zigaretten langfristig genauso schädlich sein kann wie das Rauchen von Tabak.“ (03:54), weiter denn E-Zigaretten können langfristig zu Asthma, Bronchitis und Emphysemen führen.“ (04:02) und Wer E-Zigaretten außerdem zusätzlich zu normalen Zigaretten raucht, der hat sogar ein dreifach erhöhtes Risiko für chronische Lun-generkrankungen.“ (04:20)

 

Fakt ist: Diese Aussagen beziehen sich offensichtlich auf eine Mitte Dezember veröffentlichte Studie von Dharma N. Bhatta und Stanton A. Glantz. Diese kommt zu dem Schluss, dass durch den Konsum von E-Zigaretten das Risiko für schwerwiegende Lungenerkrankungen wieeinechronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), chronischeBronchitis oder Asthma steigen würde.

 

Die Studie enthält mehrere methodische Mängel. Sowohl die darin enthaltenen Schlussfolgerungen als auch ihre allgemeine Aussagekraft wurdenvon zahlreichenWissenschaftlern scharf kritisiert, unter an-derem von Prof. Dr. Daniel Kotz, Professor für Suchtforschung und klinische EpidemiologieamInstitut für AllgemeinmedizindesUniversitätsklinikum Düsseldorf und Prof. Dr. Susanne Krauss-Etschmann,Direkto-rin des Programmbereich Asthma & AllergieamForschungszentrum Borstelvom Leibniz Lungenzent-rum19. An gleicher Stelle bemängelt auch Dr. Ute Mons, ehemalige Leiterin der Stabsstelle Krebspräven-tion beim DeutschenKrebsforschungszentrum (DKFZ),die Studie:

 

Einige dieser methodischen Limitationen werden in der Studie selbst zwar erwähnt, aber nicht hinreichend kritisch diskutiert und auch nicht hinreichend in der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt. Alles in allem ist aufgrund der gravierenden methodischen Schwachpunkte der Studie davon auszugehen, dass der in der Studie gemessene Effekt der E-Zigarettennutzung auf Lungenerkrankungen, der im Übrigen deutlich ge-ringer ist als der Effekt des Rauchens, tatsächlich überschätzt ist und in Teilen, wenn nicht gar vollständig, auf das frühere Rauchverhalten der E-Zigarettennutzer zurückzuführen ist.“

 

Anfang des Jahres musste eine andere Studie dieser Autoren bereits zurückgezogenwerden20. Mit der Studie wollten die Autoren belegen, dass E-Zigaretten Herzinfarkte verursachen können. Die Studie be-kam jedoch bereits kurz nach der Veröffentlichung vielfach Kritik durch zahlreiche Wissenschaftler, da sie grobe Mängelenthielt. In der Studie betrachten die Autoren Daten aus einer Bevölkerungsumfrage (PATH). Bei der Interpretation dieser Daten wurden jedoch Herzinfarkte berücksichtigt, die bei den be-troffenen Personen bereits vor dem Umstieg auf die E-Zigarette aufgetreten waren.

 

Die Reaktionen aus der Wissenschaft waren eindeutig. Man hat sogar dazu aufgefordert, die weiteren, gleichermaßen umstrittenen Veröffentlichungen des Autorsebenfalls zu überprüfen.

 

Dies gilt umso mehr, wenn der leicht zu recherchierende Hintergrund des Autors der Studie, Prof. Dr. Stanton Glantz, offenbar wird: Das von Prof. Glantz an der University of California geführte Institut Center for Tobacco Control and Education wurde durch Gelder von Johnson & Johnson eingerichtet, dem größ-ten Hersteller von Nikotinersatz-Produkten. Ein entsprechender Interessenskonflikt ist hier also naheliegend.

 

Sie beziehen sich in Ihrer Aussage im Video auf eine Studie,die wissenschaftlich hoch um-stritten ist, von einem Autor stammt, der offensichtliche Interessenskonflikte hat, und be-reits mehrfach wegen fehlerhaften Studien aufgefallen ist.

 

Generell begrüßen wir es, dass Sie als Krankenkasse die Bevölkerung über die E-Zigarette informieren wollen. Dies sollte jedoch auf Basis wissenschaftlicher Fakten und seriösen Studienergebnissen gesche-hen. Wenn Sie mehr über die gesundheitspolitische Chance,die der Wechsel von der Tabak-Zigarette zur E-Zigarette mit sich bringt,erfahren möchten, würden wir Sie daher gerne zu einem konstruktivenDialog einladen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Michal Dobrajc

Dipl.-Jur., Erster Vorsitzender


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